Lernen im Allgemeinen

Lernen oder Auswenig-können?
Wir gehen davon aus, dass Wissen sexy ist und dass das Auswenig-können stumpfsinnig ist. Hintergründe und Zusammenhänge sind geil, Niederbeten ohne Wissen-was-passiert ist spasslos.


Lernen: Verstehen und behalten
Häufig wird das Wort lernen für zwei völlig unterschiedliche Vorgänge benutzt. Zunächst muß man einen Vorgang verstehen. Wer nicht versteht, was die binomische Formel bedeutet kann sie zwar auswendig lernen (und damit behalten), aber das Anwenden wird jedem schwerfallen, der nicht versteht, dass sie unterschiedliche Formen hat und warum sie unterschiedliche Formen hat.
Lernen bedeutet einerseits eine Sache zu verstehen, andererseits eine verstandenen Sache zu behalten.
Das behalten ist besonders dann schwierig, wenn man einer Sache nicht die Bedeutung zumißt, die andere Leute ihr zumessen. Wenn man also glaubt, die binomische Formel sei langweilig, fad, doof, uninteressant und würde man im Leben nie wieder brauchen, der mag vielleicht recht haben. Aber in der nächsten Arbeit/ Klausur muß man sie unter Umständen anwenden, weil der Lehrer/ Dozent sie für wichtig erachtet.
Je langweiliger wir eine Sache empfinden, desto weniger werden wir uns mit ihr beschäftigen. Je weniger wir uns mit einer Sache beschäftigen, desto weniger werden wir sie behalten - ganz zu schweigen vom Verstehen. Und je mehr diese Voraussetzungen eintreten, desto schwieriger fällt es uns, zu lernen.
Einer der wesentlichen Hilfen zum Lernen ist es, Dinge die wir lernen wollen oder müssen, für wichtig zu halten. Wir müssen uns davon überzeugen, dass die binomische Formel wichtig ist. Wir müssen und davon überzeugen, dass die binomische Formel spannend ist.
Wie kann man also überhaupt darauf kommen, das die binomischen Formeln spannend sein können?
Dazu muß man sich mit den binomischen Formeln beschäftigen. Woher kommen sie? Wer hat sie “erfunden”? Warum hat jemand sie “erfunden”? Was für praktische Anwedungen gibt es für die binomischen Formeln.
Gerade letzteres ist immer ein guter Ausgangspunkt zum lernen. Wenn man die Anwendungsmöglichkeiten einer Lernsache nicht erkennt, hält man sie für uninteressant und langweilig, und was wir für langweilig erachten… aber da waren wir schon.
Wenn wir aber herausfinden, wie man eine Lernsache einsetzen kann, also, wofür sie interessant sein kann, dann beginnt man sich ernsthaft mit dem Lerngegenstand (also hier. die binomischen Formeln) auseinander zu setzen. Wenn man den Anwendungsbereich erforscht, dann muss man aber unbedingt darauf achten, dass man nicht nur irgendetwas durchliest und sich denkt: wie spannend, ach wie spannend.
Zum Lernerfolg gehört die Auseinandersetzung mit der Lernsache. Wenn ihr herausgefunden habt, was es für Anwendungsgebiete gibt, dann müsst ihr diese Anwendungsgebiete auch ausprobieren. Bei den binomischen Formeln geht das noch einfach, die muss man nämlich “nur” durchrechnen. Wenn ihr im Internet forscht, werdet ihr nicht nur auf Anwendungsgebite stossen, sondern auch auf Rechenbeispiele. Rechnet sie durch!
Für andere Bereiche ist es wesentlich schwieriger, Anwendungsgebiete selbst auszuprobieren. Wenn man ein Referat über das System der menschlichen Muskulatur vorbereiten und halten muss, kann man nicht einfach die Kontraktion (das Zusammenziehen der Muskeln) durchrechnen.
Also, doof, doof, jetzt ist Kreativität gefragt.
Oh, Gott, ohje, Kreativität, das, was man uns in der Schule immer austreiben wollte…
Aber wenn ihr zu einem Referat über die menschliche Muskelkontraktion ein Model baut, das mit Hilfe einer Baterie die Kontraktion darstellt und das ganze passt zu euerm Referat, seit ihr die Helden des Jahres!
Bitte verzichtet darauf, die Muskelkontraktion der Speiseröhre in umgekehrte Richtung darzustellen. Ich bin davon überzeugt, dass das sehr plastisch sein kann, insbesonders wenn das Model auch über einen “Mund” und einen “gefüllten Magen” verfügt.
Sollet ihr das nicht beherzigen werdet ihr sehr plastisch lernen, dass man sehr schnell vom Helden des Jahres zum Looser des Jahres werden kann.
Aber: Vielleicht klappts nicht.
Vielleicht werdet ihr euch die Anwendungsgebiete der binomischen Formeln ansehen, verstehen, behalten - und sie trotzdem weiterhin für euer weiteres Leben überflüssig halten. Vielleicht werdet ihr in Rente gehen irgendwann und sagen können: Ich hab recht gehabt, ich habs nie wieder gebraucht.
Vieleicht ackert ihr Ewigkeiten und das verdammte Muskel-Kontraktions-Model funktioniert mit der Batterie nicht. Und ohne schon gar nicht. Und überhaupt war es mega frustrierend. Dann dürft ihr nicht vergessen:
Vermutlich habt ihr bei diesen Versuchen mehr gelernt als wenn ihr eine Schuljahr/ zwei Semester den Lehrern/ Dozenten zugehört hättet, die überhaupt nicht in der Lage sind, etwas zu vermitteln. Soll es geben. Hab ich gerüchteweise gehört.Wenn ihr diese Vorgehensweise ausprobiert habt, dann werdet ihr festellen, dass kann man nicht mal eben so machen.
Lernen ist nichts, was man eben auf dem Klo, im Bus, bei Zähneputzen… machen kann. Aber ja, so wie oben dargestellt ist es aufwendig, aber erfolgversprechend.
Trotzdem besteht unser Leben nicht nur aus binomischen Formeln und einem Model zur Muskelkontraktion.
Daher epmpfiehlt sich diese Vorgehensweise ehe rin besonders hartnäckigen Fllen, Wenn man also mit Lernzusammenhängen konfrontiert ist, die einem besonders schwer oder schwerer fallen als üblich.
Lernen bedeutet eben nicht einfach etwas auswendig zu lernen. Obwohl einfach hier für viele schon zu viel gesagt ist. Lernen bedeutet Dinge zu verstehen. Lernen bedeutet den Grund für bestimmte Dinge zu erfassen. Lernen bedeutet auch, Zusammenhänge zu erkennen.